Gute Zeiten, schlechte Zeiten // Großstadtleben

Du stehst, wie jeden Morgen, um 6 Uhr auf, was natürlich viel zu früh ist. Aber dein Weg zur Uni dauert mehr als eine Stunde, wenn du pünktlich um 8 Uhr da sein willst, musst du jetzt raus aus den Federn. Als du aus der Haustür trittst, merkst du, dass es regnet. Du hast keine Zeit, nochmal hoch zu gehen und deinen Regenschirm zu holen, also gehst du mit gesenktem Blick eilig los.

An der Haltestelle angekommen, siehst du sogleich, dass die Bahn sich verspäten wird. Mal wieder ein Notarzteinsatz auf der Strecke. Den Anschluss wirst du so nicht erreichen.

Als die Bahn dann endlich kommt, drängen alle genervten Wartenden hektisch hinein, du bekommst keinen Sitzplatz. Also stehst du neben einem unangenehm riechenden Obdachlosen, der seine Zeitschrift an den Mann bringen will. Er quatscht dich an, du reagierst nicht darauf.

Sobald du dein Zwischenziel erreicht hast, stürmst du aus der Bahn, vielleicht bekommst du den Anschluss ja doch noch. Die Leute kriechen förmlich vor dir her, du drängelst dich vorbei, eine ältere Dame flucht dir hinterher. Als du am Gleis bist, fährt deine Bahn gerade ab.

Nach 10 Minuten warten, kommt die nächste S-Bahn. Du wirst zu spät zur Vorlesung kommen, aber das ist dir mittlerweile auch egal. Hauptsache, du kommst überhaupt an. Eine Schulklasse versperrt den Gang, du hasst Touristen.

Du bist heute unmotiviert und würdest dich gerne bei jemandem auskotzen. An der Uni kennst du noch nicht viele Leute, ihr wohnt alle so weit auseinander, jeder fährt nach den Vorlesungen in seinen Stadtteil. Als du endlich die Uni erreicht hast, ist der Vorlesungssaal zum Platzen voll. Du quetschst dich auf die Treppe.

 

Oder auch:

 

Du stehst jeden Morgen um 7 Uhr auf. Du hast keine Zeit und Mühe gescheut, dir genau zu überlegen, wo du wohnen willst und hast nach längerer Suche eine tolle WG ganz in der Nähe der Uni gefunden.

Deine Mitbewohner stehen meistens zu einer ähnlichen Uhrzeit auf, ihr seid alle Studenten. Ab und an frühstückt ihr miteinander. Sie sind für dich mittlerweile wie eine zweite Familie, auch wenn ihr aus den verschiedensten Ecken Deutschlands und der Welt kommt.

Da heute ein sonniger Tag ist, fährst du mit dem Fahrrad zur Uni. Beim Späti um die Ecke holst du noch schnell einen Kaffee. Der Spätimann kennt dich schon gut und lacht dir entgegen, ihr redet noch 2-3 Minuten miteinander.

Mit der Sonne im Gesicht radelst du gemütlich zur Uni. Unterwegs siehst du die Leute aus deinem Kiez, die oft um diese Uhrzeit unterwegs sind.

Du hast heute ein Seminar in deinem Lieblingsfach. An der Uni angekommen, quatschst du erstmal mit deinen Freunden, bis der Dozent kommt. Ihr überlegt, was ihr nach dem Seminar unternehmen wollt. Auswahl gibt es hier ja genug! Poetry Slam, Bar, Konzert oder feiern gehen am Abend? Deine Liste ist lang, es wird dir nie langweilig. Auch wenn deine Familie und Freunde aus der Heimat dich besuchen kommen, hast du immer ein ausgefallenes Programm zu bieten.

Du bist froh, dass du an einer großen Uni studierst, die Auswahl an Fächern und Zusatzkursen ist groß und eine Anwesenheitskontrolle gibt es nicht. Du hast beste Chancen nach deinem Abschluss auch einen Job in der Stadt zu finden und musst nicht wieder umziehen.

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