Tinderella to be // Warum tun wir uns das an?

Es ist Wochenende, oder vielleicht 20 Uhr an einem regnerischen Donnerstag, du hast Ferien, Urlaub oder einfach nichts zu tun und schaust dir #couplegoals-Bilder auf instagram an. Du bist vielleicht gelangweilt, frustriert, traurig, einsam, alleine, genervt, euphorisch oder auf der Suche nach Animation. Was auch immer dich bewegt, du bist Single und denkst dir, warum nicht mal wieder tindern? Die App hast du zwar schon 20 mal installiert und wieder gelöscht und dir geschworen, es endlich sein zu lassen, aber einmal versuchen kannst du es ja noch!

Wir alle kennen dieses eine Paar im Bekanntenkreis, das sich über Tinder kennengelernt hat, oder wir haben einen Artikel über sog. „Tinderbabies“ gelesen, von Paaren, die sich über Tinder kennengelernt- und ihr Glück durch ein gemeinsames Kind vervollständigt haben.

Das gibt uns Hoffnung, immer wieder. Wir reden uns zwar ein, dass wir nur mal gucken wollen, dass es ja nichts Ernstes werden muss, dass wir ein bisschen Spaß, Ablenkung, was Neues wollen. Und dann mal sehen, was passiert und so.

Aber eigentlich haben wir diese Hoffnung, dass wir die nächsten sind, die völlig unerwartet über diese Dating-App doch jemanden Besonderes kennenlernen, der es ernst mit uns meint. Dass wir vielleicht am Ende das Tinderpärchen im Bekanntenkreis sind.

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Also wird wieder durchgeswiped, rechts, links, ausversehen rechts, ausversehen links. Wir ertappen uns dabei, dass wir immer schneller werden, gar nicht richtig hinsehen. Aber was sagt dieses eine Bild auch schon aus? Vieles und Nichts. Wenn uns jemand auf den ersten Blick gefällt, klicken wir die übrigen Bilder durch, lesen die Beschreibung oder den witzigen Spruch im Profil, fantasieren darüber, wie der andere wohl gestikuliert, spricht, sich Verhält, sich bewegt.

Denn all das können wir nicht sehen und basteln uns deshalb die ganze Persönlichkeit, Eigenarten, Mimik und Gestik und alles weitere, was diesen Mensch ausmacht, einfach im Kopf dazu. Das Lächeln ist umwerfend, aber vielleicht lispelt er? In der Momentaufnahme wirkt er niedlich, in echt aber so gar nicht? So viel bestimmt, ob die Chemie passt, ob überhaupt nur die Grundlage für ein nettes Gespräch vorhanden ist, oder nicht. So viel, das auf den Fotos nicht zu sehen ist.

Deshalb ist die Enttäuschung vorprogrammiert. 1/1000 sagt nicht viel aus. Ok, du chattest natürlich auch noch ein bisschen, kannst vielleicht herausfinden, ob der andere zumindest ähnliche Interessen oder den gleichen Filmgeschmack hat. Trotzdem fehlt die ganze Bandbreite an Informationen und Eindrücken.

Und dann sitzt du wieder mal im Café, in der Bar, im Park oder Restaurant, er/sie/es kommt auf dich zu und du denkst „Ach du scheiße!“. Nicht unbedingt, weil der andere furchtbar aussieht, sondern einfach, weil du ihn dir anders vorgestellt hast.

 

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(Ich habe meinen Freund im Park kennengelernt)

7 Kommentare

  1. This is a great post, virtual versus real life is becoming more and more a challenge, Always amazed by creativity of great ladies like you who through in their thoughts that becomes part of forming our future, Well done Mz Arunika!!

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  2. Tinder war mir bisher unbekannt (alles kann ich ja nicht kennen). Datingmäßig habe ich t-online-Chat in Erinnerung, ist ja schon lange her.
    Ansonsten: Entweder ich begegne meiner Partnerin oder eben nicht. Erzwingen läßt sich nichts. Neid auf Paare habe ich selbstverständlich nicht, kann mich höchstens für diese freuen.
    So Du also einen Freund hast, dann hoffe ich für Euch (immer für „Euch“, denn Ihr seid ja 2 Menschen), daß ihr den richtigen Weg für Euch gemeinsam findet oder gar schon gefunden habt.
    LG
    Kruxdie

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  3. Wenn ich dich nur sehe, frag ich mich, ob du nicht überall hingehen könntest und egal wo, immer (d)einen Freund kennen lernen würdest. Tinder hast du nicht nötig. Ich finde meine Beziehungen immer in der Realiät. Sogen wir lieber mal: Noch! Es wird immer schwieriger, weil den Mädels was zu fehlen scheint, wenn sie einen Kerl nicht im Internet finden. Aber das ist meine Chance: Ich verabred mich mit ihnen im Internet. Grad umgedreht: Zuerst real und dann ins Netz und dort ein bisschen gequakt und Spaß gehabt und so weiter (du weißt schon) und dann wieder real einladen und an der Stelle sich treffen, wo man sich zuerst kennen lernte. Das ist Romantik pur und eine Achterbahn der Gefühle. Kommt natürlich meistens etwas anders, aber auch die Nebenwege sind interessant im Leben, gerade die. Ich wünsch dir und deiner Beziehung immer neue Höhepunkte. LG PP 😉

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