Too school for cool // Ich bin ja so out

Hast du zur Schulzeit zu den coolen Kids gehört? Hattest du eine große Clique und ein/n Vorzeigefreund/in? Hast du in der Pause geraucht und andere ausgelacht? Waren dir deine Noten egal, hattest du vor den Lehrern immer einen frechen Spruch auf den Lippen?

Hattest du immer den krassesten Style, die größte Klappe und das neuste Handy? Haben die anderen zu dir aufgesehen, wollten sie so sein wie du?

 

Nein?

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Hast du dich unwohl gefühlt, dich gefragt, warum du ausgerechnet mit diesen 25 Menschen in einer Klasse gelandet bist? Wollte keiner was von dir wissen, standst du auf dem Schulhof verloren in der Gegend herum? Hattest du in der Schule vielleicht 1, 2 oder 3 Freunde, anstatt 10, 20 oder 30?

Warst du der Weirdo, die Schüchterne, oder der Streber?

Jedes Mal, wenn eine Gruppe Schüler in die Bahn einsteigt, und ich mich erstmal weit genug entfernt habe, um das hysterische Geplapper nicht mit voller Wucht abzubekommen, denke ich darüber nach, wie froh ich bin, nicht mehr zur Schule gehen zu müssen. Ich kann diejenigen nicht verstehen, die sich die Schulzeit wieder herbeisehnen. Ich fand es furchtbar.

Schule ist für mich ein Ort totaler Non-Individualität. Es werden junge Leute auf engstem Raum zusammengepfercht, die völlig verschieden sind, völlig unterschiedlich ticken. Stundenlang, Tag für Tag, ohne Abwechslung. Ein bisschen wie Knast.

Einigen kommt das zugute. Sie setzen sich durch, bilden Grüppchen, fügen sich ein, sind die Coolen. Andere gehen unter, werden übersehen, runtergemacht.

An der Uni suchst du dir die Studienrichtung aus, die Kurse, die du gut findest und unter vielen Leuten, die, die zu dir passen. Jeder kommt aus einer anderen Stadt, das Alter schwankt, es gibt sehr viel mehr Diversität. In der Schule wählst du bestenfalls zwischen Chemie und Physik und wenn du Glück hast, darfst du noch deinen Sitznachbarn aussuchen. Das war’s dann aber auch, der Rest wird dir zugeteilt.

In der Schule scheinen die am beliebtesten zu sein, die sich gut einfügen können, deren Bedürfnisse, Individualität und Persönlichkeit in einen Din A5 Stundenplan passen. Die, die gar nicht mehr wollen, als irgendwie durchkommen, lästern und coole Schuhe tragen. Die, die nach der Schule eigentlich immer noch so sind wie währenddessen, und 5, 10, 20 Jahre später auch. Die, die ihr Dorf nie verlassen, die, die immer noch ihre alten Klassenkameraden daten.

Diejenigen, die ein bisschen „anders“ sind, ein bisschen leiser, ein bisschen lauter, mit ein bisschen anderen Hobbies, Vorstellungen und Wünschen, die, die ein bisschen weniger konform sind, die werden oftmals ausgegrenzt. Von der Norm abweichen geht nicht. Nicht wenn man dazugehören will.

Bist du die Currywurst unter den Weißwürstchen, hast du verloren.

Richtig cool ist aber eigentlich, wer seine Persönlichkeit trotzdem beibehält, wer sich nicht um jeden Preis anpasst. Denn irgendwann endet auch die Freiheitsstrafe namens Schulzeit, dann gehst du raus in die Welt, dann brauchst du deine Ecken und Kanten. Irgendwann bist du froh, nicht aalglatt und platt zu sein. Was du zur Schulzeit verdammst, was dich von den anderen unterscheidet, das ist vielleicht mal deine Stärke, das was dich ausmacht, was dich von der Masse abhebt.

Zumindest wenn du nicht in 20 Jahren immer noch das örtliche Schützenfest als dein Highlight des Jahres bezeichnen willst.

4 Kommentare

  1. Ich war eher etwas zurückhaltend und weniger cool. Aber das Muster was man in der Schule so hatte, findet sich auch im späteren Leben wieder, so denke ich. Die Coolen sind immer noch die Coolen, die Ruhigen immer noch die Ruhigen, die Mitläufer immer noch die Mitläufer usw

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  2. Du bist gut so, wie du bist, auch wenn du anders bist. Ich mag nicht die angepassten Rudeltiere. Individualität ist mehr wert, als Schwimmen im Strom. Die Schule war dir Lehre fürs Leben. Würdst du hier um die Ecke wohnen, würd ich dich vielleicht nicht erkennen, aber wenn ich dich erkennen würde, würd ich dich auf meinen Schultern durchs Leben tragen. Du würdest zu dem werden, was man so als „ein und alles“ bezeichnet und du wärst es wert. Du bist es wert ❤

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