12 Stunden Shanghai // Traveldiary

Wir landen um 6 Uhr morgens. Zuhause in Deutschland ist es bald Zeit, schlafen zu gehen, hier beginnt gerade der Tag. Eine Nacht wird uns geklaut.

Der Flug war angenehm, aber zäh. Ein leeres Flugzeug, 10 Stunden Zeit totschlagen. Die Weiterreise nach Sydney ist genau 12 Stunden nach der Ankunft in Shanghai. Also 12 Stunden, um einen Eindruck dieser Stadt zu gewinnen. Wlan bekommt man nicht, ohne eine chinesische Simkarte zu kaufen. Das nervt mich.

Nachdem unser Gepäck verstaut ist, geht es zur Metro in Richtung Innenstadt. Die Leute tragen vereinzelt Mundschutz, wahlweise farblich passend zum Outfit. Sofort fällt diese Stille auf. Es wird fast nicht geredet. Nicht in der Bahn, nicht auf der Straße. Die Leute starren in ihr Handy oder vor sich hin. Es ist ruhig. Die Gegend außerhalb der Innenstadt wirkt seltsam, Industriegelände, Wohnblocks, Baustile, alles ist zusammengewürfelt.

Nach einer knappen Stunde landen wir in der großen Shoppingstraße Shanghais. Graue Türme, riesige Reklamen, kitschige Schriftzüge. Trashig, bunt-melancholisch.

Wir gehen zum Bund, ein Aussichtspunkt auf die gegenüberliegende Skyline mit dem davorgelegenen Fluss. Beeindruckende graue Riesen, schmutziges Wasser, alte Containerschiffe. Der Fernsehturm ist fast 500 Meter hoch. Die Stadt erinnert mich ein bisschen an New York, ein bisschen an São Paulo.

23 Millionen Menschen leben hier.

Die Müdigkeit kämpft sich immer mehr durch. In Deutschland ist es jetzt mitten in der Nacht.

Wir gehen in eine der zahlreichen Shoppingmalls, um etwas zu essen. Ich kämpfe mit den Stäbchen. Danach spazieren wird weiter durch die Gegend. In der Fußgängerzone fahren kleine Sightseeing-Züge kreuz und quer herum, man muss ständig ausweichen.

Immer wieder bemerke ich, wie still die Menschen hier sind. Als hätten man ihnen den Ton abgestellt. Überall übermüdete Gesichter, in der Metro ist jeder 2. am Einschlafen. Die Sitzplätze scheinen hier noch begehrter, als sonst irgendwo auf der Welt, zu sein.

Schließlich entscheiden wir, wieder zum Flughafen zu fahren. Dort suchen wir verzweifelt nach einem Schlafplatz, wir können uns kaum noch auf den Beinen halten. Ich finde ein freies Stück künstlichen Rasen in einem Deko-Pflanzenfeld. Wir schlafen eine Stunde lang wie tot.

Wider erwarten freue ich mich mittlerweile auf den zweiten 10 Stunden-Flug. Ich will einfach nur weiterschlafen.

In dem Video sind einige Eindrücke aus Shanghai festgehalten. Entschuldigt die schreckliche Kamerahaltung und Perspektive.

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