Blogger vs. Influencer // Was macht einen Blogger aus?

Für viele scheint es ein und dasselbe zu sein: Blogger und Influencer. Man postet Zeug auf Instagram, macht Hauls und wird für Kooperationen bezahlt. Eine Gattung, 2 Begriffe dafür.

Ich finde, es sind zwei ziemlich unterschiedliche Dinge. Natürlich geht das eine in das andere über bzw. haben beide Tätigkeiten Überschneidungen. Aber…

 

Trotzdem ist ein Influencer kein Blogger.

 

Ein Blogger bloggt. Ein Influencer schreibt nicht

 

Ein Blogger hat eine Website, auf der er bloggt. Er erstellt Texte, kreiert Bilder, teilt Gedanken, Meinung, gibt Ratschläge oder veröffentlicht einfach schöne Worte. Sprich, ein Blogger ist für mich jemand, der Content mit Mehrwert bietet. Er bereitet Worte ansprechend auf, man liest den Artikel, weil er gut geschrieben ist, das eigene Wissen erweitert oder eine interessante Ansicht bietet

Klar, macht auch ein Blogger Kooperationen, bezahlte Posts, Instagram-Bilder als Werbung. Aber eben nicht nur. Ein Blogger hat als Hauptaugenmerk eben seinen eigenen Blog, sein Reich, in dem er aktiv ist.

 

Influencer sind für mich diejenigen, die nur noch auf Instagram posten, ein Bild mit beworbenem Produkt veröffentlichen und einen Rabattcode dazu freigeben. Es gibt keinen wirklichen Inhalt, von den Fotos abgesehen. Ein paar Worte als Bildunterschrift, vielleicht auch kleine Texte, aber eben keinen zusammenhängenden, vollständigen und längeren Text. Manche großen Influencer haben sogar noch einen “Blog”, darauf gibt es aber auch keinen einzigen unbezahlten Post mehr, es werden nur “Werbetexte” geschrieben. Meist sind diese Blogs aber mittlerweile Internetleichen, der letzte Post ist Monate oder gar Jahre her, es gibt nicht wirklich was zu sehen.

Ein Blogger ist neben der Werbung, die er macht, um eben Geld zu verdienen, vor allem auch ein Content Creator. Er erstellt Inhalte, die ihn und andere interessieren, auch ohne Kooperation. Er bloggt des bloggen wegens und wenn er nicht auf Fotografie spezialisiert ist und eher einen Fotografie-Blog mit hochwertigen Bildern führt, schreibt er.

Viele Influencer bezeichnen sich als Blogger, obwohl sie eigentlich keine (mehr) sind. Ich will das eine nicht als minderwertiger gegenüber dem anderen darstellen, aber es ist eben einfach nicht dasselbe. Viele große Influencer haben als Blogger angefangen, mit Posts über ihren Alltag, Gedanken, Einkäufe und Reisen. Dann sind sie teilweise dazu übergegangen, immer mehr auf Instagram zu veröffentlichen und weniger auf ihrem Blog, weil ersteres schlicht und ergreifend:

  • lukrativer
  • erfolgreicher
  • besser monetarisierbar und dabei
  • einfacher ist.

 

Es gibt noch Blogs der großen Insta-Sternchen, die bespielt werden, aber eben nur mit bezahltem Inhalt, der wenig bis keinen Mehrwert darstellt.

 

Blogger sterben, Influencer steigen auf

Ich finde die Bewegung schon schade. Ich persönlich lese super gerne Blogs, und meide jene Seiten, die nur aus Outfit-Beschreibungen und 3-Zeilern bestehen, jene, die nicht schreiben des Schreiben wegens, sondern mit ein paar Worten lediglich ihre Kooperationen abarbeiten. Ein echter Blog braucht gute Texte, Meinung, Empfehlungen, frische Gedanken, Mühe usw. Wenn eine Kooperation gut in einen erstellten Text eingegliedert ist und passt, habe ich damit absolut kein Problem, natürlich müssen Blogger von irgendetwas leben. Davor die Augen zu verschließen und jegliche bezahlte Arbeit zu verdammen, ist dumm. Aber nur zu schreiben “Hey, das ist mein neues Outfit von XYZ”  und 5 Bilder zu posten, ist mir  zu wenig.

Meine Lieblingsblogs sind derzeit:

 

DariaDaria

Amoureuxee

Masha Sedgwick

Do & live

HelloPippa

Bekleidet

LuiseLiebt

Lina Mallon

heylilahey

 

Wie seht ihr das Ganze?

 

 

 

17 Kommentare

  1. Hi Arunika,
    die von Dir beschriebenen Unterschiede zwischen Blogger und Influencer nehme ich genau so war. Der Blogger produziert Inhalte (meist) mit Unterhaltungs- oder Mehrwert für seine Leserinnen und Leser. Der Influencer produziert Beiträge auf seinen Kanälen um nahezu nur noch zu verkaufen oder Produkte zu bewerben.
    LG Frieder

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  2. Erstaunlich, ein ähnlicher Gedanke ging mir kürzlich auch durch den Kopf, und du hast es treffend beschrieben!

    Ich würde auch gerne schön aussehen, aber meine natürliche Schönheit verweigert sich 2-dimensionalen Bildern. Gegen schöne Texte sperrt sich mein Kopf. Daher schreibe ich nur für mich und freue mich über Leser (und frage mich, ob die auch einen Knacks im Kopf haben, weil sie mich lesen).

    Was die Influencer betrifft: Bestimmt werden irgendwelche Wissenschaftler einen Impfstoff dagegen finden 😉

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  3. Hallo Arunika,

    ein sehr schöner und lesenswerter Text. Mir war der Unterschied noch nicht so wirklich klar. Ich stimme dir zu, dass der Übergang fließend ist und man meist mit dem Bloggen anfängt und erst später Influencer wird.

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  4. Da hast du so Recht! Teilweise ist es auch echt schade wie ehemalige Lieblingsblogs zu sensless Werbeplattformen mutiert sind! Deshalb beweg ich mich auch unter anderem nur noch im nachhaltigen fair fashion blog bereich, was das lesen angeht, wobei es da auch schon die leichte tendenz bei manchen zu 100% PR sample Posts gibt…

    xx Franzi

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  5. Also ich finde, dass es schon viele Influencer gibt, die durchaus auch echte Blogs schreiben und nicht nur aus Marketinggründen! Vermutlich ist es aber abhängig von der Nische. Im Travelbereich haben viele große Influencer wirklich tolle Blogs denen ich gerne folge!

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