Warum ich keine Feministin bin // Feminismus-Talk

-ismus-Thema, heikel. Feminismus als grundsätzliche Gleichberechtigung, da bin ich natürlich dabei. Frauen müssen in der gleichen Berufsposition gleich verdienen wie ein Mann. Patriarchale Strukturen sollten der Vergangenheit angehören, genau so wie Männer, die ihre Machtposition gegenüber Frauen ausnutzen

 

Trotzdem stört mich der Feminismus, wie er von vielen aktuell verstanden und zelebriert wird und ich würde mich deshalb nicht mit dem Titel der Feministin versehen wollen.

 

quarterlife_blog_feministin

 

Weg mit dem Mann

 

Diese Wut, die habe ich nicht. Diese Wut auf das männliche Geschlecht insgesamt, den Wunsch, sich für jahrtausende lange Unterdrückung endlich zu rächen, endlich zurück zu unterdrücken, endlich mal die Männer auszuschließen. Das wird uns meiner Meinung nach nicht weiterbringen. Die eine Seite nun über die andere hinaus zu fördern, so dass das Machtgefälle in die andere Richtung kippt- bei vielen selbst deklarierten Feministinnen schwingt der Wunsch nach genau dem mit. Es wird ein gegeneinander aufgebaut, es wird verteufelt, es gibt ein wir und ein die. Aber Separation bringt kein Verständnis füreinander und kein agieren miteinander. Das kann einfach nicht helfen.

 

Weg mit der nicht richtigen Feministin

 

Vor allem auch der Umgang von Frauen untereinander ist abschreckend. Jede meint, die andere sei nicht feministisch genug, und der wahre Feminismus sieht eigentlich so und so aus. Es wird sich kritisiert und aufgehangen an jeder Kleinigkeit. Das ständige korrigieren, egal ob beim Worte-Gendern oder falsche-Begriffe-Benutzen, tut der Sache absolut nicht gut und lässt Feminismus einfach nur wie kindisches Gemäkel wirken. Lasst die anderen doch reden, wie sie wollen, missionieren und belehren hat noch keinen bekehrt.

 

Schminken ist nicht feministisch, starke Frauen brauchen das nicht. Es wird ja eh nur für die Männer gemacht. Bitte auch nicht weiblich kleiden, Ausschnitt geht nicht, enganliegende Kleidung geht nicht.

Manche Frauen meinen, andere Frauen zu belächeln sei besonders feministisch. Sich über die armen Weibsbilder zu stellen, die es immer noch nicht begriffen haben.

Und auszusehen wie ein Mann ist für manche wohl auch feministisch. Denn jegliche Form von Aufhübschung ist Ausdruck männlichen Willens, der uns aufgezwungen wird. Also lieber weibliches Verhalten, das manch einer Frau aber einfach gefällt und mit dem sie sich wohlfühlt, abschaffen.  Das ist Quatsch. Lasst doch andere Frauen leben, wie sie wollen.

 

Im Kleinkarierten liegt die Lösung

 

Ich will nicht sagen, dass es keine realen Probleme gibt, die angegangen werden müssen und dass Frauen weltweit nicht immer noch unter einer männlich geprägten Welt zu leiden haben. Aber warum sich in die kleinsten Kleinigkeiten flüchten, warum zur nervigen Oberlehrerin mutieren, um die Sache zu vertreten? Es ist nicht anders als beim Veganismus. Wer rumläuft, und allen Fleischessern sagt, dass sie Mörder sind und sie sich schämen müssen, der erreicht mit Sicherheit kein Umdenken. Niemand, absolut niemand, hat sich auf diesem Planeten schon mal umstimmen lassen, indem er angegriffen und in die Defensive gedrängt wurde. Das zieht einfach nicht und wird es nie.

 

Ich möchte selber entscheiden, ob ich an jedes Substantiv Innen hänge, oder nicht.

 

Feminismus ist nur eine Seite

 

Für mich macht es gefühlt mehr Sinn, sich für allgemeine Gleichberechtigung der Geschlechter einzusetzen. Ja, ich bin eine Frau und die meisten Geschlechter-Missstände hängen mit dem weiblichen Geschlecht zusammen. Aber während alle Welt ausrastet, dass weibliche Hygieneartikel, wie Einwegrasierer, teurer sind, als das gleiche männliche Pendant, hat sich noch nie jemand darüber beklagt, dass Männer am Samstagabend im Club meistens Eintritt zahlen müssen, während Frauen umsonst reinkommen. Oder die Männer gar nicht erst reingelassen werden, egal für welchen Betrag. In Gruppe sowie so nicht. Dem Beispiel mag die Dringlichkeit fehlen, trotzdem, es gibt auch Bereiche, in denen Männer benachteiligt sind. Und man stelle sich mal vor, Demonstrationen würden veranstaltet werden, an denen nur Männer teilnehmen dürfen, wie es sie andersrum gibt, da wäre das Geschrei groß.

 

Der Feminismus hat seine Daseinsberechtigung und es gibt reale Probleme da draußen, für die er kämpfen muss. Für mich gehören da das gegenseitige Runtermachen von Frauen untereinander und die ewige Belehrung nicht dazu. Stärke zeigt man nicht durch Arroganz oder Mäkeligkeit.

 

 

 

 

11 Kommentare

  1. Das ist eigentlich ganz einfach.
    Behaupte ich mal.
    Es ist ein Unterschied ob man für etwas ist,
    die Rechte der Frauen,
    oder gegen etwas,
    das böse Feindbild Mann.

    Ich finde es krank so zu tun als wären wir natürliche Feinde-
    Es sollte doch um ein Miteinander gehen.

    Fertig.

    Gefällt 2 Personen

      1. Oh und weil mir das noch auf der Zunge liegt,:
        Ich finde es auch sehr ironisch einerseits gegen das Stereobild der Frau,
        als schwaches Pflänzchen anzugehen aber gleichzeitig,
        das Stereobild des Mannes als sexuellen Prädator zu stärken.

        Nicht alle Männer sind sexuelle Prädatoren,
        die nicht merken wenn sie jemanden vergewaltigen.
        Das ist ziemlich krank.
        Für den „normalen“ Mann ist es keine erotische Vorstellung,
        einer Frau Gewalt anzutun.

        Ich erinnere mich da sogar ah ein Gegenbeispiel,
        als ein mit mir befreundetes Pärchen,
        die sehr offen mit ihrer Sexualität umgehen,
        ihre Vorliebe für Rollenspiele entdeckte.
        Sie wollte dass er so tut als ob er sich ihrer einfach „bemächtigen“ würde.
        Das fiel ihm aber sehr schwer.
        Weil er diese Frau liebt.
        Nicht mal im Spiel will er grob zu ihr sein.

        Ebenso ist es ein Klischee das Männer ihren Trieb nicht im Griff haben.
        Wir sind keine wilden Tiere.
        Auch von dir sehe ich oft hübsche Bilder.
        Mache ich dich deswegen an?
        Nein und ich sehe auch keinen Anderen der das tut.
        Natürlich gibt es sowas.
        Ebenso wie manche Frauen etwas offensiver sind.
        Das ist noch nicht mal immer etwas schlechtes.
        Aber wir sind keine maschinellen Penetratoren.

        Hab einen schönen Tag. 🙂

        Gefällt 1 Person

  2. Für mich bedeutet Feminismus, dass es ok ist, dass du auf so vielen blogbeiträgen nackte Haut zeigst, auch wenn es mit dem Thema nichts zu tun hat. Für mich bedeutet Feminismus aber auch, dass du dich fragst, ob du dich damit nicht zu einem Rädchen im Männersystem machst. Ich denke nicht, dass es an sich ein Bedürfnis gibt, wenig anzuhaben, außer es ist sehr warm. Feminismus bedeutet aber auch, dass ich darüber hinwegsehen muss und mich trotzdem vor allem oder nur mit den Inhalten deiner posts auseinandertzsetze. Augenbinden für Männer statt Verschleierung für Frauen wäre auch Feminismus. Macht das Bloglesen aber schwierig. Das wäre schade.

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