10 Gründe nicht in Berlin zu leben // Berlin, Berlin

Berlin-Berlin

Mein letzter Blogpost handelte von den Vorzügen des Berliner Lebens. Hier kommt nun das Gegenteil, wir wollen ja realistisch bleiben. 10 Gründe, Berlin fern zu bleiben. 15 habe ich nicht gefunden:

 

  • Berlin ist groß. Egal wo du wohnst, du wirst ständig in andere Bezirke tingeln müssen oder wollen. Das bedeutet, stundenlang S-Bahn, U-Bahn und Tram. Als Faustregel gilt: Eine Stunde brauchst du mindestens überall hin.

 

  • Berlin ist roh und rau. Du wirst jeden Tag mit viel Dreck, grau und unschöner Realität konfrontiert. In einer so diversen, großen Stadt siehst du Drogendealer, Verrückte, Obdachlose. Dem kannst du nicht entfliehen.

 

  • Berlin im Winter ist knallhart. Klar, Winter ist nirgendwo ein Zuckerschlecken. Aber in der Hauptstadt scheint es eine besondere Herausforderung zu sein. Die Menschen ziehen sich zurück, sind schlecht gelaunt, es hat -15 Grad und die S-Bahn kommt einfach jedes 2. Mal nicht.

 

  • Der Berliner Wohnungsmarkt ist irre. Wenn du nicht bereit bist, monatelang nach einem WG-Zimmer zu suchen und zur Not eines zu nehmen, das 10m² groß und 500€ teuer ist, dann bleib am besten gleich weg.

 

  • Berlin zeigt gerne erstmal die kalte Schulter. Du findest keine Wohnung und schwer Anschluss, du kommst in keinen Studiengang rein und ziehst von Untermiete zu Untermiete. Man muss oft ein wenig kämpfen, wenn man neu hier ankommt. Wer das erste Jahr hinter sich bringt, bleibt für länger, sagt man.

 

  • Berlin ist voll von Touristen. Manche Clubs meidet man als halbwegs längerfristiger Berliner, weil sich dort nur Touristen aufhalten und Touristensmalltalk uncool ist, wenn du selbst kein Touri bist. In der U-Bahn schreit dir rechts eine Girlgroup auf italienisch, links eine heitere russische Partycrew ins Ohr. Muss man mit klar kommen.

 

  • Berlin ist asozial und versifft. Ja, das ist übertrieben. Aber wenn du am Kotti, Leopoldplatz oder Hermannplatz als Neuberliner aufschlägst, und du aus der hübschen Provinz kommst, wirst du dich eventuell wieder dorthin zurückwünschen.

 

  • Berlin ist laut und hektisch. Ich versuche die Hauptverkehrszeiten im Ring, sowie Samstage am Ku’damm zu vermeiden, was natürlich nicht immer geht. Ersteres vor allem. Wenn ich 18/19 Uhr an der Warschauer Straße umsteigen muss, fast niedergetrampelt werde, durch Schlamm und Pfützen wate und dann vor dem U-Bahnhof noch jemand schlecht rappt, könnte ich jedes Mal kotzen.

 

  • In Berlin geht man leicht unter. Keiner wartet darauf, dass du her kommst. Es ist schon voll, voll von Menschen, Ideen, Suchenden. Wenn du kein Durchhaltevermögen hast, wird es dir schwer fallen, dir hier etwas Neues aufzubauen.

 

  • Berlin ist anonym. Ich persönlich mag die Anonymität der Großstadt, ich möchte nicht an jeder Ecke bekannten Gesichtern begegnen. Aber man kann sich auch schnell einsam fühlen, gerade zu Beginn. Ein bisschen Offenheit und Eigeninitiative sollten man mitbringen, wenn man alleine hier herzieht und noch niemanden kennt. Vielleicht ergibt es sich von selbst, vielleicht aber eben auch nicht.

 

 

 

6 Kommentare

  1. Ich bin zwar immer wieder nur Berlinbesucher (habe ein paar sehr wichtige Freundschaften dort), aber aus meiner Sicht hast Du es ganz toll verstanden das Für und Wider Berlins treffend zu charakterisieren.

    Waren sehr schön zu lesen Deine beiden Einträge zur Hauptstadt. Dankeschön!

    Liebe Grüße an Dich!

    Gefällt 1 Person

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