Schauspieler werden // Die Aufnahmeprüfung

Um an einer Schauspielschule aufgenommen zu werden, muss man zuerst eine Aufnahmeprüfung erfolgreich absolvieren. An staatlichen Schulen ist das oft ein Prozess von mehreren Tagen. Blanke Nerven sind garantiert.

Ich habe an 3 privaten Schauspielschulen vorgesprochen, 2 mal wurde ich angenommen, 1 mal abgelehnt. An einer staatlichen Schule ist, wie im letzten Beitrag erwähnt, sowohl das Auswahlverfahren, als auch die Konkurrenz noch mal um einiges härter.

Trotzdem wird auch an einer guten privaten Schauspielschule nicht jeder genommen, mal unvorbereitet vorbeischauen und bisschen was vorspielen ist nicht.

Wer an der staatlichen Schule vorsprechen will, sollte die Termine im Kopf behalten und weit vorausplanen. Die Vorsprechen finden viele Monate vor dem Unterrichtsbeginn statt, die Deadline zur Bewerbung ist noch früher. An den privaten Schulen ist dies meist lockerer und man kann bis kurz vor Semesterbeginn noch vorsprechen.

Was an den meisten Schulen gefragt wird, ist ein Monolog aus einem klassischen Stück, einer aus einem modernen und ein einfaches Lied ohne Begleitung. Ja, man muss auch vorsingen, da kommt man (meist) nicht drumherum.

Ich habe alles mit einem Schauspiellehrer vorbereitet, von der Auswahl der Stücke, über die Gestaltung der Szenen bis hin zum Üben und wiederholen. Ich kann das absolut empfehlen, vor allem, wenn man keine jahrelange Erfahrung im Spielen hat und auch nicht genau weiß, welche Stücke sich zum Vorsprechen am besten eignen oder was zu einem passt.

 

Meine Vorsprechen

 

Schon am Tag zuvor lief alles schief. Eines meiner Kostüme war nicht aufzufinden, meine letzte Probe wurde abgesagt, ich bin krank geworden. Es sollte wohl nicht sein.

An der Schule angekommen, ging es morgens los, 16 Bewerber waren vor Ort. Wir begannen mit einem Warm-Up, ein bisschen Singen, ein bisschen Bewegung. Die Prüfer haben bereits zugeschaut.

Dann begann das unendlich lange Warten. Ich war die 9., sprich, ich habe ab 12:0ß uhr bis nach 16 Uhr gewartet, um geprüft zu werden. Bis zu dem Zeitpunkt erschienen mir die Prüfer schon reichlich genervt, die Atmosphäre war unangenehm, es wurde nichts gefragt oder gesagt, ich habe meine Show abgezogen und fertig.

Danach wurde weiter gewartet, denn es wurde nicht direkt entschieden, sondern erst, nachdem alle vorgespielt hatten. 18 Uhr kam dann das Ergebnis. Ich war nicht dabei.

 

Natürlich war ich enttäuscht, aber auch ein bisschen erleichtert, da es mir nicht sonderlich gut an der Schule gefallen hatte. Trotzdem hatte ich eigentlich darauf gesetzt und war dann ein wenig ratlos, wie ich weiter vorgehe.

 

Ich habe dann kurz danach 2 weitere Vorsprechen organisiert.

Beide vielen dummerweise auf denselben Tag. Nicht zu empfehlen, da es schon allein zeitlich scheitern kann und zudem extrem anstrengend ist.

 

Das erste begann wieder früh morgens. Die Lehrer waren sehr viel sympathischer als an Schule 1, es wurde sich vorgestellt, die Räumlichkeiten wurden uns gezeigt, es gab wieder ein körperliches Warm-Up.

 

Ich war dieses mal die 2. und musste nicht lange warten. Das Vorsprechen lief komplett anders ab, als das 1. Ich habe vielleicht 10 Sekunden gespielt, da kam die erste Unterbrechnung. “Machen Sie mal lieber xyz”. So ging das die ganze Zeit. Ich habe keine Szene zu Ende ausgeführt. Eigentlich der Horror, da mir aber schon im Voraus gesagt wurde, dass man das an dieser Schule gerne so macht, hat es mich nicht zu sehr beunruhigt. Gleich nach der Prüfung kam das Ergebnis, ich war angenommen. Yeah!

 

Nach einer kurzen Pause ging es dann weiter an Schule Nr. 3. Da das das letzte Vorsprechen vor Semesterbeginn war, war ich die einzige, die auf den letzten Drücker noch geprüft werden wollte.

Ich durfte alle Partien präsentieren, mit 1 oder 2 Unterbrechungen oder Änderungsvorschlägen am Ende. Zusätzlich wurden mir 2 Improvisationsaufgaben gestellt. Ich glaube, das war die längste Prüfung. Am Abend wurde mir telefonisch mitgeteilt, dass ich bestanden hatte.

 

Jede Schule prüft auf eine eigene Art und Weise und der Fokus liegt immer woanders. Auch darf man sich von negativen Aussagen nicht direkt entmutigen lassen. Talent liegt im Auge der Betrachters, letztlich ist jede Kritik stark subjektiv. Vielleicht hat der Prüfer einen schlechten Tag, vielleicht hast du einen schlechten Tag, vielleicht passt ihnen deine Nase nicht, sie haben schon zuviele blonde Mädchen oder, oder, oder. Besonders an den staatlichen Schulen ist die Chance einfach so gering, dass du eine Absage nicht persönlich nehme darfst. Weiter versuchen, wenn es dein Traum ist!

 

 

 

2 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s