Wie die Motten das Licht

Du kommst mir entgegen, du, du, du und du.

Ich weiß nicht, was in dir vorgeht, ich kann nicht wissen, was dein Leben ausmacht, aber ich stell mir vor, was dich von mir unterscheidet, was für dich normal ist, ich stell mir vor, dass du mir Geschichten erzählst, Geschichten, die für mich neu sind.

Du sagst mir, dass ich nicht alleine bin mit meiner Unzulänglichkeit. Ist doch normal.

 

Bevor ich los lauf, werf ich Steine aus, damit ich nicht anders kann, als darüber zu stolpern. Ich lache, aber es ist ernst.

Wie wäre es ohne Zweifel?

 

Ich kann nicht anders, ich muss darüber nachdenken, ich muss alles drehen und wenden, muss genau hinsehen, ich kann nicht anders, ich muss es zerdenken, ich muss mich hinterfragen. Wie geht blindes Vertrauen?

 

Warum leicht, wenn es auch schwer geht, wie geht Leichtigkeit? Angst ist konstant, Angst kenn ich, Angst kennt mich. Loslassen ist härter als verkrampfen. Ich drücke zu, ich lade auf, kein Raum für Leere, kein Raum für Versagen.

 

Versager, unzumutbares Wort. Versagen kann man auch, wenn man nie aufhört, vielleicht gerade dann. Ich will mich nicht selbst bemitleiden müssen, ich will diese Blicke nicht, am Ende haben’s doch alle gewusst. Nur ich nicht. Weil ich es nicht wissen wollte.

 

Wie die Motten das Licht. Kann ich dem entrinnen, das alle vorhergesehen haben? Wieso kann mich ein fremder besser einschätzen, als ich mich selbst?

Kalter Schweiß, ich friere.

 

Warum wiederholt sich meine Geschichte gebetsmühlenartig? Aus Fehlern lernt man nicht, man ermüdet.

Mein freier Wille entscheidet sich unfrei zu sein. So einfach.

 

Wie die Motten das Licht.

 

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1 Kommentar

  1. Wieder einmal habe ich den Eindruck viel wiederzufinden von mir selbst in einem Deiner Texte. –

    Mein letztes „Pamphlet“ auf meinem Portal, die Tagebuchseite 721 trägt den Titel „Blinder Glasmensch“. Das betrifft mich und geht möglicherweise noch ein Stückweiter. – Oder siehst Du das für Dich auch ähnlich?

    „Aus Fehlern lernt man nicht, man ermüdet.“ – Ich kann das als sehr wahr nachempfinden …

    Und auch das hier klingt sehr wahr für mich:

    „Mein freier Wille entscheidet sich unfrei zu sein.“

    Heute besonders freundliche und liebe Grüße an Dich, Arunia!

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