Ein bisschen Idealismus würde dir nicht schaden

Woran glaubst du? Was betest du an? Was steht -für dich- über dir und deiner Person?

Wenn es uns schlecht geht, denken wir nur an uns. Dann werden wir egoistisch, selbstbezogen, alles kreist dann nur um uns. Wir kreisen um uns. Das ist so und es ist okay. Jeder ist sich selbst der Nächste; aus einem leeren Krug kann keiner ausschenken.

 

Doch wenn es uns gut geht, ganz in Ordnung zumindest, haben wir Ressourcen außerhalb der grundlegendsten Bedürfnisbefriedigung. Freie Kapazitäten.

Dann haben wir Geduld und Zeit, den Hund ausgiebig am Baum schnuffeln zu lassen, ohne ihn sofort genervt weiterzuziehen.

Dann lackieren wir uns mal wieder die Nägel. 2 Schichten, plus Klarlack.

Dann kochen wir ein bisschen aufwendiger, bringen Pfandflaschen weg oder wischen den Boden.

 

Und: wir werden empathischer. Großzügiger, offener, verständnisvoll. Wir schauen eher aus der eigenen Blase heraus.

Die Frage ist nur worauf. Wenn du dir noch nie überlegt hast, wofür du stehst, wofür du gerne eintreten würdest, welcher Zustand/Missstand dich wütend macht oder aufhorchen lässt. Wenn du dir deiner wichtigsten Werte nicht bewusst bist, wenn es kein höheres Ideal gibt, an das du glaubst… dann ist es wahrscheinlich nichts Großartiges.

Dann schaust du an einem freien Abend vielleicht höchstens eine neue Netflixserie. Dann gibst du dein extra Geld bei H&M aus. Dann lebst du dein Leben, von oben betrachtet, querbeet, ohne Linie, Sinn und Verstand.

 

Woran glaubst du? Was betest du an? Was steht -für dich- über dir und deiner Person?

Wenn du keine Ideale hast, dich soziale Gerechtigkeit, die Umwelt, Tierleid, eine offene Gesellschaft und alles Ähnliche nicht betrifft, dann betest du wahrscheinlich nichts an, glaubst an nichts und stehst für nichts, außer dich selbst und deinen Konsum. Dann geht deine Energie an ein neues paar Schuhe, vielleicht ein neues Tattoo, den nächsten Urlaub. Alles nicht schlecht.

Aber das gibt dir keinen Halt, keine Linie, kein Ziel. Wenn du dir etwas suchst, für das du außerhalb von dir selbst eintrittst, hat dein Leben einen Sinn. Gefühlt, für dich selbst. Dann macht das, was du tust, alles was du tust, Sinn. Dann handelst du nicht wahllos, aus der Laune heraus, dann musst du dich nicht fragen, was das alles eigentlich soll.

Du musst nicht gleich Rohveganer werden oder den Kapitalismus bekämpfen. Aber ein Ideal, einen höheren Wert, eine Idee zu haben, die dich antreibt, die dir etwas gibt, an die du glaubst, das macht dich stärker. Und das Außen ebenso.

Wenn du nicht immer und mit allem nur um dich kreist, gehst du nicht sofort zu Grunde, wenn dein Selbst nicht performt, nicht gut drauf ist, nicht alles läuft.

Wenn du nur an dich glaubst, an dich, deine Einkommensmaximierung, den neuen H&M-Katalog, und dass du dringend wieder was an dir verändern musst, neue Haarfarbe und vielleicht dieses Jahr 2 neue Wintermäntel, – dann schließt du die Box, in der du sitzt und wirfst selbst den Schlüssel weg.

Damit tust du dir selbst keinen Gefallen

 

 

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