1 Jahr bloggen

Vor einem Jahr habe ich meinen Blog mit den ersten 3 Posts veröffentlicht. Das hier ist der 100. Text, der hier erscheint.

Ich hätte eigentlich schon viel früher anfangen können. Schreiben tu ich, seitdem ich es kann, und Spaß daran gehabt hätte ich auch vor 5 Jahren schon. Nur getraut habe ich mich das früher nie. Was denken die Leute, wenn ich meine Gedanken online ausbreite, wie kommt das an? Mir wär’s viel zu peinlich gewesen. Was, wenn mich jemand darauf anspricht?

Mittlerweile teilt fast jeder alles auf Instagram, Facebook oder sonst wo, und kaum einer wird es mehr seltsam finden. So sehr mich der Gedanke, dass sich jemand über meinen Blog lustig macht, damals gestört hat, so wenig interessiert mich das jetzt. Dann findet es eben irgendwer lächerlich. Nicht mein Problem

 

Tatsächlich bin ich davon ausgegangen, das erste Jahr so gut wie keine Klicks auf meinem Blog zu verzeichnen. Google kennt mich noch nicht und sonst auch niemand, außer Freunde und Bekannte. Aber es wird tatsächlich gelesen, was ich schreibe. Mal mehr, mal weniger, aber es ist um einiges mehr, als anfangs erwartet. Ich schaffe neben der Schauspielschule mein Pensum von 2-3 Posts pro Woche nicht mehr, manchmal finde ich 1 mal pro Woche schon schwierig. Aber das ist okay für mich, ich sprühe auch nicht täglich vor Ideen, und mich zu überwinden, wirklich mit Schreiben anzufangen, ist für mich nach wie vor ein Problem. Ich glaube, einige Schreiber kennen das, andere gar nicht. Aber die Hürde ist für mich verdammt hoch. Ich liebe es zu schreiben, aber ich kann nicht damit anfangen. Ich bin zu perfektionistisch, zu unruhig, zu ich weiß es nicht. Meistens bin ich blockiert und eigentlich auch nie komplett zufrieden mit meinen Texten.

Umso wichtiger finde ich es, mich trotzdem zu zwingen. Auch wenn es nur ein Hobby ist, fühle ich mich meinem Blog verpflichtet und eigentlich fühlt es sich eher wie ein kleiner Job an. Nicht im negativen Sinne. Ich habe nur das Gefühl, ich muss dran bleiben und kann das Schreiben nicht einfach völlig vernachlässigen.

Man kann am Ende eben auch nur gut schreiben, wenn man es tut. Bücher lesen, darüber nachdenken, wie talentiert man ist, alles nett. Aber am Ende muss man es tun, sonst bildet man kein Gefühl für Sprache, für Formulierungen.


 

Ich bin mir nicht sicher, ob Blogs am Aussterben sind oder ein Comeback erleben. Schwer einzuschätzen. Ich finde, es gibt unter den populären Lifestyle-Blogs wenige gute, wenige, in denen Inhalt rüberkommt, nicht nur 2-3 Zeilen Geplänkel unter schönen Bildern.

Ich habe schon mal darüber geschrieben, dass die meisten großen Blogger zu lediglich Influencern geworden sind, sprich, ihre Blogs werden nicht mehr bespielt, es gibt nichts Geschriebenes mehr, nur noch Fotos auf Instagram und vielleicht mal ein bezahlter Post pro Jahr auf dem Blog. Schade ist das.

Ich lese immer noch unheimlich gerne und regelmäßig Blogs. Ich mag das Direkte,keine Zwischenschaltung, freie Gestaltung, keine ledigliche Informationsvermittlung, sondern viel Persönlichkeit, eigener Stil. Nachrichten les ich auf Spiegel Online, Gedanken, Meinung und Gefühle zum Leben generell auf Blogs.

Und genau aus den Gründen, weswegen ich gerne Blogs lese, betreibe ich auch gerne einen. Ich kann schreiben, was ich will, worüber ich will, wie ich will. Keine Vorgaben, keine Gestaltungseinschränkungen. Ich kann mein Ding machen, keiner quatscht rein.

 

Im Moment lese ich gerne:

https://bekleidet.net/

https://www.doandlive.de/

https://www.masha-sedgwick.com/de/

https://www.dariadaria.com/

http://www.linamallon.de/

http://hellopippa.com/

https://maedchenhaft.net/

http://luiseliebt.de/

https://www.thatslifeberlin.com/

https://heylilahey.com/de/

 

Ich kann nach einem Jahr behaupten, den Spaß am regelmäßigen Gedankenwiedergeben nicht verloren zu haben. Manchmal ist es mühsam, einmal pro Woche kreativ sein zu müssen, wenn man es eigentlich gerade nicht ist. Wem brennt schon jede Woche etwas neues auf der Seele? Aber andererseits gibt es genug Dinge, die herausforderungslos sind.

Ja, ich hätte gerne noch mehr Leser, eine größere Reichweite, vielleicht irgendwann sogar einen kleinen Job mit meinem Blog. Aber ich setze mich nicht unter Druck, ich muss nicht jetzt sofort irgendetwas erreichen. Es fordert mich, es fördert das Schreiben. Mehr will ich gerade eigentlich nicht.

 

 

 

6 Kommentare

  1. Herzlichen Glückwunsch zum Blog-Geburtstag! 😉 Und sehr schön geschrieben und auf den Punkt gebracht. Dieses „Blog-spezielle“ ist für mich auch immer eine kleine Herausforderung, da mir ja eher die tiermedizinischen Themen am Herzen liegen, ich aber auch irgendwie Persönlichkeit mit reinbringen will.
    Toll auch, dass du es schaffst, so regelmäßig zu schreiben! Aber besonders schön finde ich deinen Satz „Aber andererseits gibt es genug Dinge, die herausforderungslos sind.“ – denn das stimmt in der Tat!

    Viele Grüße und weiterhin frohes Schreiben 🙂

    Gefällt 1 Person

  2. hey, freut mich zu hören, dass ich nicht die einzige bin die ohne ein paar Tritte in den Allerwertesten nicht so einfach zum Schreiben kommt und dass obwohl es so gut tun kann!
    Glückwunsch, dass du es so gut durchziehst, das verdient wirklich Respekt!
    Alles liebe,
    Pepukai

    Gefällt 1 Person

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