Sinnvolle Geschenke

Ich habe nicht vor, ultra kreative Ideen hervorzuzaubern oder das Rad neu zu erfinden. Aber zum Fest der Liebe (oder des Konsums?) möchte ich ein paar Denkanstöße geben oder einfach nur erinnern, wie man andere sinnvoll und nachhaltig beschenken kann.

Nachhaltig nicht nur oder gar nicht im ökologischen Sinne, sondern eher auf das Geschenkte an sich bezogen- was freut den anderen wirklich? Was nutzt ihm, was braucht er, was kann er verwenden?

Ich glaube allzu oft schenken wir einfach, weil es ansteht. Und irgendetwas findet sich immer etwas, das hübsch aussieht, das man schnell gekauft hat. Gerade wenn man viele Geschenke zu besorgen hat, ist die Gefahr groß, dass man an einem gewissen Punkt anfängt, wahllos zuzugreifen, anstatt genau zu überlegen, was man schenken kann.


 

Erlebnisse

Mein Lieblingsgeschenk zum verschenken. Es steht nicht rum, es staubt nicht ein, es ist individuell. Der Gestressten ein Massagegutschein, dem Bastler einen Workshop zum kreativen Ausleben seiner Art (Volkshochschulen bieten preiswerte Kurse in jederlei Richtung an), Sportevents (z.B ein Kitelandsurfingkurs), Kochkurse,… Es gibt für alles einen Kurs/Workshop/Seminar, in dem man eine Sache ausüben oder erst erlernen kann.

 

Gemeinsame Erlebnisse

Genau so gut oder fast besser als ersteres. Gemeinsame Zeit verschenken ist kostbar und man hat selbst auch noch etwas davon. Eine gemeinsame Reise, eine Paarmassage, ein Abendessen, ein Ausflug, den Eintritt zu einer Veranstaltung, Konzerte, Theaterbesuche,.. ebenfalls etwas zum ewig erinnern, etwas, das, wenn man den anderen kennt und gezielt etwas aussucht, aufjedenfall Freude bereitet.

 

Essbares

Ich würde von Dekoartikeln fast gänzlich absehen, außer jemand äußert einen expliziten Wunsch. Selbst wenn man den Geschmack des Beschenkten trifft, was schwer genug ist, ist die Chance, dass dieser schon genug herumstehen hat und keinen Platz für eine weitere Vase o.Ä. findet, hoch.

Das Gegenteil von etwas, das ewig rumsteht, bis man es weg wirft, es kaputt geht oder man es beim Umzug verliert, ist etwas, das sich aufbraucht. Ess- und Trinkbares sind perfekte Geschenke. Jeder isst und trinkt gerne, das Geschenk macht Freude und ist dann weg, steht nicht im weg herum. Eine gute Flasche Wein, eine teure Schokolade, Spezialitäten, die man sich sonst nicht gönnt.

 

Nachhaltiges

Wie bei Deko, wäre ich auch bei Kleidung und sonstigen Gegenständen eher zurückhaltend. Man ist schnell in den nächsten H&M gesprungen, aber gefällt das Teil dem anderen nachher wirklich oder hat man es sich selbst nur leicht machen wollen?

Wenn man neben dem Beschenkten der Welt noch etwas Gutes tun will, kann man in ein nachhaltiges Produkt investieren. Schüler und Studenten können eine nachhaltige Trinkflasche oder Brotdose oft sehr gut gebrauchen. Auch finde ich einen nachhaltigen Rucksack (wenn er benötigt wird) eine schöne Geschenkidee. Süß ist auch eine Bambuszahnbürste oder andere nachhaltige Hygieneartikel. Man schenkt etwas, das schön aussieht, lange hält, weil gute Qualität und vor allem etwas, das ordentlich produziert wurde. Man regt den andern eventuell zum nachdenken an, ohne zu missionieren.

 

Pflanzen

Eine Pflanze ist ebenfalls ein schönes Geschenk. Nicht unbedingt, wenn der andere absolut keine Pflanze am Leben halten kann oder nie zuhause ist, um sich um diese zu kümmern. Ansonsten ist es eine recht günstige, natürliche und fast jedem gefallende Geschenkidee. Eine Pflanze würde ich auch nicht unbedingt als Dekoration sehen. Im schlimmsten Fall kann oder muss man sie entsorgen, wenn sie nicht überlebt, sie schafft sich also unter Umständen selbst ab.

 

Bücher

Ich wünsche mir fast immer Bücher . Wenn jemand wirklich nicht gerne liest, sollte man es lassen, dann ist es nur lästig. Auch jemandem, der selten durch ein Buch durchkommt, einen 800 Seiten Wälzer zu schenken, ist eigentlich nur gemein. Wer aber gerne liest, wird sich immer, immer über ein Buch freuen. Wenn man den andern gut kennt, kann man sich auch ganz spezielle Themen aussuchen, die passen.

 

Nichts, das Druck ausübt

Es ist vielleicht nett gemeint, aber verschenkt am besten nichts, was den anderen unnötig unter Druck setzt oder mit dem er sich am Ende eigentlich nur schlecht fühlt. Wer es seit 2 Jahren nicht schafft, laufen zu gehen, obwohl er es eigentlich irgendwie will, freut sich vielleicht im ersten Moment über neue Laufschuhe, später liegen sie aber nur anklagend auf der Fußmatte und machen ein schlechtes Gewissen. Genau so, wie schon gesagt, mit zu dicken Büchern, Kochbüchern für Leute, die jeden Tag nicht mehr hinbekommen als Pasta mit Tomatensoße oder anderes, in das man viel Arbeit stecken muss, aber genau genommen nicht kann oder will. Wenn der andere sich das wünscht, nur zu! Ansonsten würde ich’s lassen.

 

 

 

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