Enthusiasmus bitte!

Enthusiasmus für's neue Jahr ist total angebracht

Enthusiasmus bezeichnet heute allgemein eine Begeisterung oder Schwärmerei für etwas, eine gesteigerte Freude an bestimmten Themen oder Handlungen, ein extremes Engagement für eine Sache oder ein ungewöhnlich intensives Interesse auf einem speziellen Gebiet. (Quelle: Wikipedia, (was sonst))

Ganz ehrlich, ich war jedes Mal enttäuscht, wenn jemand die letzten Tage im Gespräch zugegeben hat, keine Vorsätze für’s neue Jahr zu haben. Auch die ganzen Instagram-Posting find ich doof, die stolz postulieren, dass man kein bestimmtes Datum für Vorsätze, dass man gar die Vorsätze selbst nicht braucht, dass jeder alles so weiter machen kann und soll, wie bisher, bitte keine Veränderung, bitte kein an sich arbeiten.

Ich versteh den Gedanken schon. Die ewige Achtsamkeit, Dankbarkeit, sonstige -keit geht langsam jedem auf den Senkel, die Selbstoptimierung, die angeblich jeder so gut drauf hat, das ständige Vergleichen, sich besser darstellen als man ist. Und diese ganzen Nasen, die sich am 1.1. im Fitnessstudio anmelden und dann niemals hingehen, all die, die ja ganz sicher seit 11 Jahren dieses Jahr mit dem Rauchen aufhören wollen. Kann keiner mehr hören, ist klar.

Aber so gar keinen Enthusiasmus für sein Leben aufbringen zu können, gar keinen Kitzel, keine neue Möglichkeit spüren, wenn ein neues Jahr anbricht? Das kann ich nicht so ganz verstehen. Wofür denn der ganze tägliche Kampf und Krampf, wenn man das letzte bisschen Hoffnung auf Magie beim wöchentlichen Müll Wegbringen längst mitversenkt hat? Warum steht man denn morgens auf, wenn man nicht daran glaubt, dass das Leben generell und sowieso und bald besser wird? Oder zumindest ziemlich coole Dinge auf einen zukommen? Zukommen könnten, wenn man sich Ende des Jahres mal 5 Minuten hinsetzt und sich überlegt, was man denn so gerne hätte, machen, verändern, verbessern möchte im neuen Jahr.

Kommt schon, warum denn NICHT zum neuen Jahr?! Ja, wir sind alle so wahnsinnig cool und abgeklärt und glauben nicht an irgendwelche Zahlen und dass Dinge Bedeutung haben. Aber Dinge haben Bedeutung. Alle. Jahreszeiten, Sonnenstellung, Bräuche, Urvölker, das Universum, bestimmen, dass genau am 1.01. ein neuer Zeitabschnitt beginnt. Die Natur fängt von vorne an, warum wir nicht auch? Klar, man kann IMMER beginnen, Vorsätze umzusetzen, zu jedem Zeitpunkt.

Machen wir aber nicht, surprise, surprise. Wir sind Gewohnheitstiere, stinkfaul und ein Impuls von außen schadet uns nicht. Symbolik und Rituale sind etwas Gutes, eine gute Orientierung, warum diese nicht nutzen?

Diese ganze Mattheit finde ich traurig. Es hat ein neues Jahr angefangen! Neue Chancen, Möglichkeiten, jetzt endlich Dinge anpacken! Jetzt, warum nicht jetzt?! Es macht einfach total Sinn. Ich bilde es mir wahrscheinlich hochgradig ein, was ja völlig egal ist, aber ich bin die ersten Tage im neuen Jahr voller Energie und Enthusiasmus, schreibe alles auf, was ich mir wünsche, versuche schnell, Dinge in die Wege zu leiten und Grundlagen für Vorsätze zu bilden, bevor der Alltag den Tatendrang wegwäscht, wie der Regen das bisschen Schnee vor der Tür.

Die Magie ist doch da, oder? Also ich fühl sie total. Vielleicht hab ich auch einfach nen Vogel, aber ich freu mich auf das neue Jahr!

 

 

8 Kommentare

  1. Dein Text hat mich sehr nachdenklich gemacht, weil ich es mit Vorsätzen tatsächlich schwer habe. Ich habe heute unter anderem dazu eine Tagebuchseite geschrieben, habe dabei einige Deiner zentralen Aussagen zitiert (natürlich mit Quellenangabe). Ich hoffe, dass das für Dich in Ordnung ist.

    Im Übrigen imponiert mir Deine Art mit Vorsätzen umzugehen …

    Ganz liebe Grüße an Dich!

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      1. Nein, das ist ganz und gar nicht passiert, liebe Arunika. Höre nur nicht auf ab und an vehement zu schreiben! –

        Wir sind nicht alle gleich, wir sehen manchmal Dinge aus unterschiedlichem Blickwinkel, gehen an an Dinge auf unterschiedliche Weise heran. Damit kann ich sehr gut leben. – Obendrein stellst Du Deine Sichten hier, so wie ich das wahrnehme, vorurteilsfrei dar und jeder darf seine Meinung kundtun.

        Ich habe das in diesem Fall mal auf meinem Blog getan, weil mich doch zahlreichere und komplexere Gedanken beschäftigt hatten, nachdem ich Deinen Eintrag gelesen hatte. Im Grunde genommen hat er mich sogar befeuert, mir Inspiration gegeben, einiges aufzuschreiben, was ich bisher so nicht aufzuschreiben vermocht habe.

        Ich bin dankbar für Deine Zeilen …

        Gefällt 1 Person

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