Schlaf gut, ich nicht.

besserer schlaf

Es gibt kaum etwas, das mir so sehr auf die Stimmung drückt, wie Müdigkeit. Übermüdet ist alles anstrengend und nichts einfach. Sich durch den Tag schleppen, nur halbherzig anwesend sein, die ganze Zeit daran denken, dass man eigentlich nur schlafen will. Ich glaube, ich habe den Großteil der Zeit nicht gut geschlafen, war dauermüde.

Ich kenne alle möglichen gängigen Arten von Schlafstörungen. Nicht einschlafen können, nicht durchschlafen können. Genug schlafen, aber trotzdem müde sein. Das hier wird ein kleines Lexikon eines verzweifelten Schläfers, mit den passenden Lösungen, wenn ich denn welche gefunden habe.

 

ich kann nicht schlafen

 

A L P T R Ä U M E

Ich bin im Krieg, oder zumindest auf der Flucht. Ich weiß, dass ich keine Chance habe, ich weiß, dass mir jemand nach dem Leben trachtet. Ich weiß sogar, dass ich träume, aber es hilft nichts. Ich habe Angst, ich fliehe, bin aber zu langsam. Ich verstecke mich, renne, versuche, mit dem Bewusstsein, dass ich nur Träume, den Traum zu modifizieren. Es ist alles zwecklos. Am Ende wache ich auf kurz bevor oder wenn ich umgebracht werde. Von einem Geist, einem Terrorist, manchmal mal ist es etwas, das ich gar nicht bennen kann.

Ich hatte Phasen, da habe ich wochenlang jede Nacht davon geträumt, verfolgt und umgebracht zu werden, manchmal in mehreren verschiedenen Träumen in einer Nacht. Es war fürchterlich anstrengend. Jetzt hatte ich das lange nicht mehr. Als ich meinen Freund kennengelernt habe, hat mich dieser Traum das letzte Mal verfolgt. Ich glaube, es hat mit der Angst zu tun, mich zu verlieren, hereingelegt, letztlich im Stich gelassen zu werden. Von etwas eingeholt werden, das ich verdrängt habe. Schwer zu sagen letztlich.

 

schlaf gut, ich kann nicht

S C H LA F P A R A L Y S E

Ich liege im Bett, sehe den Raum aus meiner Perspektive, nur einen Ausschnitt, die Augen nicht richtig geöffnet. Ich weiß schon, was das ist, dass es wieder losgeht. Ich will mich bewegen, es geht nicht, ich bekomme Panik, versuche mich zu beruhigen. Manchmal halluziniere ich, sehe Personen im Raum, die nicht da sind. Ich versuche mit größter Willenskraft einen Finger zu bewegen, ich habe gelesen, dass das den Zustand bricht. Irgendwann funktioniert es.

Eines der seltsamsten Dinge, die ich je erlebt habe. Schlafparalyse ist ein Zustand, in dem der Kopf schon wach ist, der Körper aber noch schläft. Wir sind generell teilweise gelähmt, während wir schlafen. Während einer Paralyse bekommen wir das mit. Wir sind eigentlich schon wach, können uns aber nicht bewegen und merken das. Das löst natürlich Panik aus. Manchmal träumt man auch noch so halb, bzw. halluziniert. Es ist verrückt. Ich hatte das vor Jahren das letzte Mal und grundsätzlich nur beim Mittagschlaf. Ich habe tatsächlich eine Zeit lang aufgehört, mittags zu schlafen, weil dieser Zustand einfach so unangenehm ist. Ich weiß nicht, ob man irgendwas dagegen tun kann und bin froh, dass es bei mir einfach nicht mehr aufkommt.

 

N I C H T  E I N S C H L A F E N

Ich mache das Licht aus, ich bin müde. Ich liege zufrieden da, es ist warm und gemütlich. Ich könnte mich fallen lassen, mich entspannen, versuchen, an nichts zu denken. Stattdessen fange ich erstmal an zu überlegen, was ich morgen so vor habe. Ich überlege während des Einschlafens, über was ich so nachdenken könnte. Denn jetzt habe ich ja Zeit zum Nachdenken, ich kann in Ruhe daliegen und denken. Also denke ich, analysiere, rechne herum, mache mir Listen im Kopf. Nur um nach einigen Minuten hellwach und nervös zu sein.

Damit kämpfe ich heute noch am meisten. Ich kann nicht abschalten, nein, ich will nicht abschalten. Ich kann nicht loslassen, den Tag, das bewusste Leben. Ich kann mich nicht verabschieden, die Kontrolle abgeben. Schlafen ist ein bisschen wie jede Nacht sterben. Ich will nicht sterben, ich klammer mich an meine Gedanken.

Was hilft? Es gibt ein paar Dinge, die ich manchmal mache, die manchmal helfen: Nichts Aufwühlendes tun, ansehen, konsumieren, bevor ich schlafe. Geräte weglegen, schon eine Weile vor dem zu Bett gehen. Gedanken vor dem Schlafen aufschreiben, dann sind sie raus aus dem Kopf. Wenn nichts hilft und die Gedanken kreisen und kreisen, lieber kurz nochmal aufstehen, in einen anderen Raum gehen, etwas trinken. Bewusst atmen, versuchen, sich zu beruhigen, versuchen weniger zu denken (haha). Ich bin abends oft auch zu „fit“, wenn ich mittags geschlafen habe und das zu lange.

 

N I C H T  D U R C H S C H L A F E N

Ich glaube, ich wache oft auf nachts. Ich meine gelesen zu haben, dass man generell oft nachts aufwacht, aber man sich nicht daran erinnert und es nicht als störend empfindet, wenn es sehr kurz, nur für ein paar Sekunden, ist.

Ich wache oft auf, wenn mir die Arme oder Beine schmerzen. Keine Ahnung, woran das liegt. Stundenlanges Wachliegen mitten in der Nacht kenne ich nicht wirklich, nur wenn mich etwas wirklich sehr beschäftigt und sofort einholt, wenn ich wach bin.

Generell würde ich immer eher meinen psychischen Zustand hinterfragen und reflektieren, bevor ich eine neue Matraze, Einschlaf-Tees oder sonstige Methoden hinzuziehe.

Was hält mich wach?

Warum träume ich bestimmte Dinge/ Was will mir der Traum sagen?

Wem oder was kann ich wach nicht ins Auge blicken, was verdränge ich am Tag?

 

Z Ä H N E  K N I R S C H E N

Ich knirsche nicht, ich presse meine Zähne aufeinander. Ich trage jede Nacht eine Schiene. Dadurch habe ich am Morgen keine Verspannungen oder Zahnschmerzen. Aber ich habe auch tagsüber damit zu kämpfen. Ich habe oft Zahn- oder Kopfschmerzen, Schultern- und Nackenprobleme wegen zusammengebissenen Zähnen und einem verkrampften Kiefer. Ich habe dafür noch keine Lösung gefunden. Es ist teilweise wirklich belastend, und am schlimmsten wird es, wenn ich wenig zu tun habe und eigentlich ruhen könnte. Wie wird man das los? Es hat sicherlich etwas mit nicht entspannen können, innerer Unruhe, Kontrollzwang, Perfektionismus, vielleicht aufgestauter Aggression zu tun.

 

N I C H T  E R H O L T

Das liegt, glaube ich, am Winter und tritt häufig ab Januar auf: Ich wache morgens total zerschlagen auf und fühle mich, als hätte ich gar nicht geschlafen. Ich bin tot müde und das bleibt auch den ganzen Tag so. Ich habe schon mal darüber geschrieben. Tageslichtlampe und Vitamin D können helfen.

 

B L E I E R N E  M Ü D I G K E I T

Eine bleierne Müdigkeit, das Gefühl, dass der ganze Körper einen runter in die Erde zieht, 12 Stunden Schlaf und immer noch müde, immer, immer müde, gar nicht wach sein wollen, Schlaf als Erlösung. Das können Anzeichen einer Depression sein.

nicht einschlafen, nicht durchschlafen

 

 

 

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