Wie du es schaffst, deinen Konsum zu reduzieren

Es macht Sinn, deinen Konsum zu minimieren, weil du Geld, Zeit, Nerven, Gedankenkraft sparst, sobald du aufhörst, viel von all dem in Materielles zu investieren. Ich denke da speziell an Kleidung, weil es das ist, was die meisten in hohem Maße regelmäßig konsumieren.

Ok, wir fühlen uns kurz besser und ziemlich cool, wenn wir ein neues Teil haben, vielleicht selbstbewusster und schöner. Eventuell bekommen wir sogar 1, 2 Komplimente. Ein Hoch, made our day. Aber dass das ganze nicht lange anhält, wissen wir auch. Es kommt jemand um die Ecke, der ein noch cooleres Stück am Leib trägt, wir haben uns satt gesehen nach ein paar Wochen, der Kick ist verflogen. Da hilft nur, wieder neu zu konsumieren, oder: auszusteigen.

Aussteigen ist die bessere Alternative. Denn dieses längerfristige Sättigungsgefühl, diese wohlige Ruhe, die kann eine neue Anschaffung nicht bieten. Das wird nichts, das können wir uns aus dem Kopf schlagen. Wir alle halten zu einem gewissen Grad daran fest und Marketingstrategien kluger Leute halten diese Idee am leben. Aber wir wissen, dass es eigentlich nicht hinhaut, Glück in Fasern zu suchen. Wir brauchen Kleidung, ursprünglich, um uns warm zu halten. Uns gegen die Jahreszeit zu wappnen. Aber schauen wir uns um, heute: Einen Scheiß geht es irgendwem um’s Wappnen. Wir tragen Labels wie lebende Litfasssäulen durch die Gegend, Namen, denen wir eine Fläche bieten. Wie die letzten Idioten, bezahlen wir dafür, für Labels auf unserem Shirt zu werben, anstatt uns dafür bezahlen zu lassen. Eigentlich ist das absurd.

Und selbst wenn wir weniger markengeil sind, laufen wir dennoch Trends hinterher, Diktaten der Fashionindustrie, die 50 mal im Jahr neue Kollektionen entwirft und uns glauben lässt, wir müssten nachziehen, up to date bleiben. Sonst sind wir…naja. Also verkleiden wir uns regelmäßig im momentanen Muster, Neon, Leo, Colourblock, Vintage, Röhre, Schlaghose, was auch immer uns gerade vorgesetzt wird. Ein Napf mit neuem Geldfresser, den wir gierig verschlingen.

Der Durchschnittsdeutsche hat mehr als 90 Kleidungsstücke. Sicher nicht, um nicht nackt daherzukommen und wetterfest zu sein. Sondern um zu beeindrucken, vorzugeben, nach etwas auszusehen. Hipp, retro, vintage, modern, punkig, whatever. Warum auch nicht, wir können uns Kleidung leisten, die nicht verratzt und verrissen ist, wir können uns einen Stil aneignen, wir können Spaß mit Mode haben. Dagegen gibt es nichts einzuwenden, an sich erstmal.

Aber Leute, brauchen wir dafür jeden Monat eine Hand voll neuer Klamotten?

Wir brauchen ziemlich wenig. Wahrscheinlich würde man mit 10 Kleidungsstücken auskommen. Mit 20 auf jeden Fall. Lasst es 30 oder 40 sein. Aber über 90? Dazu noch immer wechselnd, neue Saison, Zeug kommt weg, neues Zeug kommt rein. Wegschmeißen, was noch taugt. Das ist verrückt, das ist unnötig, unverhältnismäßig. Selbst wenn uns die Umwelt nicht juckt, dann tut es zumindest unsere geistige Gesundheit, unser Wohlbefinden oder unser Geldbeutel. Würden wir ein bisschen mehr in Qualität, statt in Quantität investieren, würden wir aufhören, uns von der Werbung und dieser verfallenen Mitmenschen verrückt machen zu lassen, wäre unser Leben einfacher. Vorallem das von Frauen in, vor und nach den Zwanzigern. Instagram macht uns nochmal mehr Druck, diese Masse an unnötigem Scheiß, den unser Auge jeden Tag irgendwie verdauen muss, ohne den Drang zu verspüren, mithalten zu müssen.

Nicht einfach.


Ok und wie jetzt weniger konsumieren?

  • Führe dich nicht in Versuchung: Erwarte keine übermenschlichen Leistungen von dir selbst. Wenn du jeden Tag online bei H&M, Zara, Forever21 und sonst wo rumhängst, wirst du kaum wiederstehen können. Noch schlimmer, wenn du dich in Shoppingmalls rumtreibst, mal kurz “gucken” gehst. Lass es. Du wirst viel eher in Versuchung geraten, wenn du gewohnheitsmäßig dem Konsum nahe bleibst. Geh nicht, bzw. weniger in diese Läden.
  • Mach ’ne Liste: Eine Bestandsaufnahme schafft Überblick: Was hast du alles, wieviel von welcher Kategorie? Was hast du nicht, was brauchst du bzw. was genau möchtest du dieses Jahr kaufen?
  • Kümmere dich um das, was du hast: Wir schätzen die Dinge, in die wir investieren. Behandel deine Kleidung gut, mach sie sauber, wieder ganz, entfussel sie, näh den Knopf wieder ran. Alles hält länger, alles ist dir mehr Wert.
  • Investiere in Qualität: Lieber 1 teurer, vielleicht sogar fair produzierter, zeitloser Mantel für die nächsten Jahre, als 3 von einem Fast Fashion Label, die dir noch im gleichen Jahr auseinanderfallen, oder schnell nicht mehr gefallen.
  • Mach Moral draus: Die Welt braucht mehr Menschen, die bewusst handeln, bewusst konsumieren. Denk darüber nach, wer für deine Kleidung gearbeitet hat, ausgebeutet wurde, welche Werte du mit deinem Geld unterstützt und welche du unterstützen möchtest. Keiner muss perfekt sein. Aber man kann seinen Teil beitragen.

 

 

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