Was die Welt nicht braucht.

Die Welt braucht nicht noch ein Superbrain, das sie revolutioniert. Noch einen Superhero, der sich zur Bewunderung anbietet. Wir brauchen kein Wachstum mehr, keine Innovation, technische Revolution, nicht mehr Effizienz.

Wir brauchen keine Handys, die mit noch besseren Funktionen ausgestattet sind. Wir brauchen keine größeren Autos, schnellere Motoren. Wir müssen nicht noch schneller von London nach Sydney fliegen. Wir brauchen nicht mehr Geld, mehr Konsumgüter, die wir um uns herum auftürmen, bis wir die Außenwelt nicht mehr sehen können. Wir brauchen keine neue Handtasche, keine neuen Trends, keine noch coolere Kleidung, keine noch teureren Marken. Wir brauchen keine Reisen in alle Länder dieser Welt, wir brauchen keine inhaltlose Erfahrungsauflistung, wir brauchen keine 1 mio. Follower auf Instagram. Wir brauchen keine ausgefallenen Jobtitel, wir brauchen keine Trophäen. Wir brauchen kein weiteres Start-Up, das uns sein neustes Produkt andreht, wir brauchen keine riesigen Malls, keine Baustellen, keine Vergnügungsparks.

Die Welt braucht keinen Marathon mehr. Höher, schneller, weiter. Wir sind alle angetreten. So viele von uns sind auf der Strecke geblieben, hingefallen. Statt weiter zu rennen, müssen wir stehen bleiben, uns umdrehen, umkehren. Denen wieder aufhelfen, die zurück geblieben sind. Wir brauchen Mitgefühl. Wir brauchen ein wirklich ehrliches „Wie geht es dir?“ Wir brauchen Worte, von Ohr zu Ohr, wir brauchen den Willen uns zuzuhören, uns zu verstehen, uns wieder aufzubauen. Die Welt braucht keine Konkurrenz, keinen Wettbewerb mehr. Wir brauchen Verbindung zueinander, wir müssen wieder aufeinander aufpassen, wir müssen uns festhalten, wir müssen alle mit ins Boot holen. Die Welt braucht keine neuen Superstars, sie braucht Mitgefühl. Sie braucht Gefühl. Wir brauchen keine bessere Leistung, die Welt braucht keine Ellenbogen mehr. Sonder Hände, die sich ineinander Falten.

Frag doch einfach heute, jetzt, jemanden, wie es ihm geht. Und hör einfach zu.

 

 

 

4 Kommentare

  1. Aufrüttelndes und inspirierendes Plädoyer ( Mann kann es auch verbalen Arschtritt nennen) für Menschlichkeit! Ein kleiner Hinweis: Hände die ineinander Falten? Ist missverständlich. Man könnte meinen, du willst uns zum Beten auffordern?!! Gab es einen konkreten Anlass für diesen echt aufrüttelnden und gut geschriebenen Text?

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    1. Vielen dank! Stimmt, haha, beten meine ich nicht, aber könnte man so verstehen. Ich habe bei vielen Leuten die letzte Zeit im Gespräch gemerkt, dass es ihnen nicht so gut geht, sie sich aber erst öffnen, wenn man selbst dies zuerst tut. Und mir tut es weh, dass wir uns scheinbar alle gegenseitig nicht belasten wollen, uns isolieren, lieber ein perfektes bild abgeben und falschen Idealen nachrennen wollen. Ich denke oft darüber nach, wie unsinnig die Dinge eigentlich sind, die wir unbedingt alle besitzen und erreichen wollen und wie viel mehr es uns geben würde, wenn wir uns wieder mehr mit den Menschen um uns herum und ihren Gefühlen beschäftigen würden.

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