Ich bin im Knast

Dieser Beitrag enthält eine unbezahlte Kooperation/ Einladung.

Im Gefängnis war ich zwar noch nicht, eingeknastet gefühlt habe ich mich allerdings schon des Öfteren. Denn um sich gefangen zu fühlen und keine schnelle Lösung parat zu haben, braucht man keine Gitterstäbe ringsum. Um dich und mich künftig – zumindest geistig- aus unangenehmen Situationen zu befreien, habe ich hier 4 Szenarien und mögliche Auswege skizziert.

  • Du musst warten. Im Wartezimmer, an der Bushaltestelle, im Zug, bis dieser endlich ankommt. Bis die Gäste klingeln oder du losgehen kannst, bis jemand anruft, was weiß ich. Empfehlung: Mach was, wo du die Zeit nicht im Blick hast. Instagram kann ablenken, man ist allerdings auch geneigt, non-stop auf die Uhr zu sehen. Besser ist es, sich selbst davon zu überzeugen, dass man etwas zu tun hat. Umhergehen, geschäftig etwas aufschreiben, super konzentriert lesen, staubsaugen. Wenn das alles nicht geht, meditieren. Wenn das auch nicht geht, bewusstlos werden.
  • Du wirst vollgelabert. Eine Person redet länger als 2 Minuten am Stück, ohne dass du zu Wort kommst oder überhaupt etwas davon hören willst. Empfehlung: So tun, als ob dich jemand anruft, dringend aufs Klo müssen, sagen, du hast extreme Kopfschmerzen oder dir ist übel und du musst dich hinlegen. Wenn du extravagant bist, stehst du auf und rennst weg. Wenn du selbstbewusst bist, sagst du deinem Gegenüber, er/sie soll den Mund halten. Zur Not: bewusstlos werden.
  • Du hast hunger, bist gefangen in deinem hungrigen Körper, der schreit und quängelt wie ein kleines Kind. Empfehlung: Natürlich etwas essen wenn möglich. Sonst: etwas trinken wenn möglich. Sonst: Kopfrechnen, dir eine Geschichte ausdenken, dich mit jemandem streiten. Bewusstlos werden.
  • Du musst pinkeln und es ist kein stilles Örtchen oder Ähnliches in der Nähe. Was tun? Nicht an Flüssigkeiten denken, nichts trinken!!!, aufjedenfall nicht an die volle Blase denken. Stattdessen ruhig verhalten und möglichst wenig bewegen. Vielleicht lesen. Oder bewusstlos werden.

Du willst (des Nervenkitzels wegen) gerne ausbrechen, vornehmlich aus einem Knast?

Dann kannst du das ganz unverfänglich bei einem Escape Game tun. Ich durfte beim Berliner Anbieter Escape Berlin das Spiel Knast 13 testen. Das Spiel ist besonders und anders als andere Escape Rooms: Bei ausreichend Spielenden werden 2 Teams gebildet, die entweder miteinander ausbrechen oder gegeneinander spielen. Man beginnt in getrennten Zellen, arbeitet sich mit Körpereinsatz durch verschiedene Räume und stößt auf allerlei Rätsel und Hindernisse. Die Zeit rennt während man sich die Haare rauft und nicht versteht, warum man nicht weiterkommt, man freut sich einen Ast ab, wenn man eine Aufgabe löst und fühlt sich nach dem Ausbruch aus dem Knast wirklich gut (wenn man denn das Ziel erreicht). Die Kulisse ist wirklich geräumig, man krabbelt und klettert und spielt in täuschend echtem Setting. Ich und meine 5 Mitspieler hatten großen Spaß und ich kann es Berlinern oder Berlinbesuchern nur empfehlen, sich die Escape Spiele mal anzusehen. Und das sage ich als Anti-Spielkind und Anti-Adrenalinmensch. Die Stunde Spielzeit vergeht verdammt schnell und es ist mal was anderes als mit Freunden Kaffee trinken zu gehen.

 

 

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