1 Jahr ohne Fast Fashion

Es dürfte über ein Jahr her sein, dass ich das letzte Mal einen H&M oder Ähnliches betreten und mir die Stoffteile, lustigen Handyhüllen und bunten Unterhosen zu Gemüte geführt habe. Gekauft hab ich noch länger nichts bei den bekannten Fast Fashion-Brands. 1 Jahr ohne nach-einer-Saison-in-den-Müll-Kleidung.

Ich kaufe mittlerweile entweder Second Hand oder bei Fair Fashion-Labels und sowieso viel weniger… und ich lebe noch. Sehr gut sogar.

Ich würde sagen, ich interessiere mich generell nicht (mehr) wirklich für Mode. Ich will mich wohlfühlen und halbwegs auf dem Stand der Dinge sein. Ich werde weder ausgewaschene, löchrige Pullis tragen noch mit einer Cordhose der vorletzten Generation um die Ecke kommen. Aber Mode an sich, neue Trends, Shoppen, Fashionblogger etc., das juckt mich gar nicht mehr. Vielleicht ist das auch eine Alterssache (wie eh immer alles). Es gab Zeiten, da bin ich auf Instagram allen großen Fashionbloggern gefolgt, habe mir den ganzen Mist reingezogen und mich natürlich auch mehr oder weniger bewusst animieren lassen.

Nicht, dass ich behaupte, ich wäre jetzt Werbung gegenüber immun, ich glaube, das geht gar nicht. Und auch wenn man sich Blogger im Fair Fashion-Bereich und in der Nachhaltigkeitsszene anguckt, wird man immer noch zum Konsum aufgefordert, wenn auch zu nachhaltigerem.

Fair Fashion ist generell teurer als Fast Fashion, ja. Klar. Nicht, um daraus ein elitäres Ding für nachhaltigkeitsbewusste Millenials zu machen, sondern weil bessere Arbeitsbedingungen bei der Herstellung und umweltbewusstere Produktion eben mit höheren Kosten einhergehen. Fair Fashion ist generell nicht zu teuer, Fast Fashion ist zu billig. Es kann nicht sein, dass ein T-Shirt 5 Euro kostet. Wie soll das gehen? Wie soll da die ganze Sache fair abgelaufen sein? Wobei man bei dem Teuer-Argument auch relativieren muss. Eine faire Jeans mit wirklich guter Qualität kostet knapp 100€, eine Levis Jeans auch. Ein nettes Oberteil von Zara geht Richtung 40€, ein faires ebenso. Fair Fashion wird nie an Primark-Preise rankommen, muss und soll das aber auch nicht

Denn es geht auch nicht darum, die Menge an Kleidung, die man ursprünglich konsumiert hat jetzt in faire Kleidung zu investieren und dann festzustellen, dass das ganze ziemlich teuer wird. Man muss natürlich seinen Konsum umstellen. Kleidungsstücke mit Qualität sind dafür gemacht, länger getragen zu werden und nicht nach einer saison auseinanderzufallen oder rauszufliegen, weil der Trend over ist. Die Sachen sind meistens schlicht und zeitlos. Damit sie  lange getragen werden. Man kauft sich halt dann nicht mehr 3 Shorts pro Sommer sondern eine (wenn man keine mehr hat, die man noch tragen kann). Ich persönlich habe halt nur eine Jeans statt 5. Ich trage weiter das auf, was ich noch habe und kaufe ausgewählt Einzelstücke dazu. Wer eh nur jedes halbe Jahr ein Teil kauft und völlig unbeeindruckt von jeglicher modischer Ambition ist, der muss vielleicht gar nichts umstellen. Aber das wird die wenigstens Leute von 16-35 betreffen.

Mein Kleiderschrank quillt eben jetzt nicht mehr über mit 1/3 Zeug, das ich wirklich anziehe und 2/3 random stuff, das ich eigentlich nicht mag und nur halt mal irgendwie ausversehen aus Langeweile gekauft hab. Sondern es gibt nur noch 1/3 und das wird alles ständig getragen. Ich gehe in der Regel nicht mehr einfach so shoppen, schlendere durch irgendwelche Läden und kaufe dann was. Wenn ich merke, ich brauche was, dann kaufe ich das gegebenenfalls. Gibt es etwas nicht fair oder habe ich wirklich keine Lust, mehr Geld als notwendig für ein Teil auszugeben, kaufe ich second hand. Dann habe ich immer noch die Auswahl aller gängigen Fast Fashion-Marken, bringe aber keine neue Kleidung in den Kreislauf.

Weil ich generell nicht krass konsumieren will, halte ich mich von Malls und dergleichen fern. Wieso sollte ich auch durch Läden laufen, in denen ich aus Prinzip nicht einkaufen will? Kein Mensch ist immun gegen krasses Marketing, also führe ich mich lieber gar nicht erst in Versuchung. Es entstresst auch, nicht mehr shoppen zu gehen, nicht mehr allem Neuen hinterherzulaufen. Ich könnte nicht sagen, dass mir Shopping-Touren, Primark-Tüten und Umkleidekabinen fehlen würden.

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