Warum ich fast mein Studium im letzten Semester abgebrochen hätte // Student erkennt

Ich hatte immer eine 1 in den Klausuren und fand die Inhalte spannend. Geschrieben habe ich auch schon immer ganz gut und gerne, also stand für mich nach sämtlichen welcher-Job-passt-zu-mir-Tests fest, dass ich Journalisten werden wollte. Oder sowas in der Art. Auf jeden Fall erstmal ein Politikwissenschaftsstudium.

Tinderella to be // Versalzener Kuchen

„Ich glaube langfristig wird das ein Problem“, sagt er, lächelt schief. „Ich bleibe gerne lange wach, bis in die späte Nacht, und ich kann nicht ohne Fernseher einschlafen“.
Also liege ich noch länger wach, versuche, den Fernseher zu ignorieren, das fehlende Teil zu ignorieren.
An so vielen Stellen knarrt und zieht es, will sich nicht richtig zusammenfügen. Doch ich will es nicht sehen, will es wieder und wieder einfach wegwischen, übergehen, will die roten Flaggen abfackeln, bis sie unübersehbar werden, bis wir beiden nicht mehr so tun können als wäre da kein riesiger Riss zwischen uns, ein Krater, über den es keiner von uns beiden wagt hinüberzuspringen.

Ich mache…nichts Part 2 // Erwartungen und Selbstwahrnehmung

Ratschläge, empörte Ausrufe, Bedenken und Ähnliches bekommt man zu Hauf präsentiert, wenn man sich als „nichts-tuend“ outet (wobei nichts tun nicht wirklich nichts tun bedeutet). Es scheint die Mehrheit unglaublich zu provozieren, wenn man zeitweise in keinem festen Angestelltenverhältnis ist oder sonst irgendetwas objektiv Produktives tut. Eben richtig Arbeitet, wie es auf dem Papier steht. Nicht nur scheint man als faul und arbeitsunwillig angesehen zu werden, der Wert an sich, den man als Mensch hat, scheint unweigerlich zu sinken. Gen obdachloser Alkoholiker.

Ich mache…nichts // Über Hoch- und Tiefstapler

Wenn mich jemand fragt, was ich (beruflich) mache, sage ich entweder „gerade nichts so richtig“, „studieren“, oder „mich orientieren“, oder Ähnliches. Genau genommen stimmt das alles nicht. Ich mache nicht nichts, studieren tue ich definitiv auch nicht und orientiert habe ich mich bereits.
Mir fällt es jedoch schwer, genau zu sagen, was ich denn mache. Was ist mit der Frage „Was machst du so?“ überhaupt gemeint? Womit ich mein Geld verdiene? Was meine Pläne sind? Worauf ich hinarbeite? Was meine Leidenschaften sind, die (noch) kein Geld einbringen?

Sydney // Traveldiary

Sydneys Vibe hat mir unglaublich gut gefallen. Die Leute wirken entspannt, sind laut und lachen, jeder scheint freundlich zu sein, hilfsbereit und offen. Die kleinen Dinge machen es aus, das Verständnis der Menschen darüber, wie man zusammenlebt – überall Wlan und kostenfreie, saubere Toiletten z.B. Wenn der Bus voll war, mussten wir nicht bezahlen, an der Fähre kann man auch ohne Ticket mal schnell noch dazuspringen.

Mein Unbehagen auf Reisen // Traveldiary

Reisen ist für mich definitiv eines der besten Hobbies, für das man sein Geld in jungen Jahren verschleudern kann. Nichts bereichert einen so nachhaltig, schafft langanhaltende Zufriedenheit und einen echten Mehrwert für das ganze Leben, wie loszuziehen und sich die Welt anzuschauen. Man wächst, erweitert seinen Horizont, lernt so viel Neues jeden Tag kennen.
Trotzdem oder gerade deswegen sehe ich das Reisen nicht mehr komplett unkritisch, bzw. erkenne bei mir ein paar negative Muster, in die ich jedes Mal verfalle, wenn ich unterwegs bin.

12 Stunden Shanghai // Traveldiary

Wir landen um 6 Uhr morgens. Zuhause in Deutschland ist es bald Zeit, schlafen zu gehen, hier beginnt gerade der Tag. Eine Nacht wird uns geklaut.
Der Flug war angenehm, aber zäh. Ein leeres Flugzeug, 10 Stunden Zeit totschlagen. Die Weiterreise nach Sydney ist genau 12 Stunden nach der Ankunft in Shanghai. Also 12 Stunden, um einen Eindruck dieser Stadt zu gewinnen. Wlan bekommt man nicht, ohne eine chinesische Simkarte zu kaufen. Das nervt mich.

Mich zieht es nicht zurück // Über Heimatverbundenheit

„Uns zieht es schon langfristig wieder zurück“, sagt eine Stimme auf der Rückbank. Es wird sich über das schwäbisch-Sein in Berlin ausgetauscht, über die Unterschiede, über die Berliner. Ich schweige, schaue aus dem Fenster, sehe die Landschaft vorbeirauschen.
Ich kann mich mit dem Gesagten nicht sonderlich identifizieren. Mit dem Gefühl, wieder dorthin gehen zu wollen, wo man herkommt, sich stark verbunden fühlen.